. Vellach

Die Katastralgemeinde Vellach liegt nördlich von Gallizien und besteht aus den drei Ortschaften Goritschach, Unterkrain und Vellach. Die südliche Grenze wird von den Auwäldern des namengebenden Flusses Vellach bestimmt. Nach Norden hin steigt das Gelände sanft an und endet an den Südhängen vom Koschitsch. Die Ausdehnung von Nord nach Süd beträgt knapp 1½, von Ost nach West ungefähr 3½ Kilometer.
Bis 1944 gehörte die Katastralgemeinde Vellach, genau so wie Möchling, zur damals aufgelösten Gemeinde Rückersdorf.





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Familie Josef u. Franziska Logar, geb. Schimun; Kinder: (v.l.n.r.) Josef, Maria, Peter u. Franziska, 1923 ZUR FAMILIE:
Das Elternhaus meiner Mutter in Vellach ist noch heute unter Namen Schimun ("beim Schimun") bekannt. Vellach vlg. Schimun, 1983 Die wichtigsten Quellen für diesen Namen, der in abgeänderten Formen auch als Schimon, Schimuen, Schumun, Shumun oder Smun vorkommt, sind in den Trauungs-, Tauf- und SterbeBüchern, beginndend im Jahre 1725, den Seelenstandsregistern und Urbarien der Pfarre St. Paul zu Möchling zu finden, die im Archiv der Diözese Gurk (ADG) aufbewahrt werden. Leider ist das erste Trauungs-, Tauf- und SterbeBuch (1725 -1761) "aus konservatorischen Gründen derzeit nicht benützbar".

Der älteste, urkundlich erwähnte, Vorfahre mütterlicherseits ist Mathias Schimun. Sein Geburtsjahr lässt sich aus der Altersangabe im Sterbebuch, aber auch aus weiteren Quellen im Taufbuch der Pfarre Möchling errechnen. Zu Eva Povodnin, seinem Eheweib, konnte ich leider keine weiteren Daten finden. Die Taufbuch-Einträge zu den 11 (elf) gemeinsamen Kindern ähneln einander sehr stark, und durchgehend ist als Mädchenname der Mutter "Povodnin" zu lesen. Ihr wirklicher Familienname dürfte viel eher "Povoden" lauten, ein in der Gemeinde gebräuchlicher Name. Dafür gibt es aber keinen belegbaren Hinweis. Übrigens ist in den Matriken dieser Namensanhang "-(n)in" bei Frauen recht häufig zu finden (Povoden oder Povodn - Povod-nin, Prunar - Prunar-in).
Da die erste Matrik nicht einsehbar ist und die Ehe vor 1762 geschlossen wurde, ist es durchaus möglich, dass Tochter Maria Schimun nicht das erste Kind der Familie war. Zu dieser Zeit wurde in den Kirchenbüchern dieser Pfarre nur der Geburtsmonat eingetragen.

Auch bei Joseph Schimun steht nur "März 1771" als Geburtsdatum fest. Allerdings wird bei der Eintragung seiner Geburt erstmals die noch heute gültige Adresse des Elternhauses meiner Mutter erwähnt. Hausnummern beginnen in den Matriken ab 1771 überall aufzuscheinen, denn in Verbindung mit einer Volkszählung wurden durch eine Verfügung von Kaiserin Maria Theresia aus dem Jahre 1770 alle Häuser durchnummeriert, sie erhielten eine "Conskriptionsnummer" (Abkürzung: C.N., manchmal auch N.C., mehr...). Erst das 7. Kind der Familie, Jacob Schimun (*14 März 1773), hat ein, bis auf den Tag, genaues Geburtsdatum. Joseph Schimun heiratet 1799 Ursula Topplei, die aus St. Viti (?, vermutlich St. Veit im Jauntal) stammt.

Ein Jahr später kommt ihr Sohn Andreas Shumun zur Welt. Er wird mit 28 Jahren erstmals Vater. Der Sohn heißt Georg. Die Mutter, die um ein Jahr ältere Lucia Wautishar aus Möchling, heiratet er aber erst zwei Jahre später. Ein Jahr nach der Hochzeit kommt Primus auf die Welt. Im Trauungs-, Tauf- u. Sterbe-Buch von Möchling bleibt die Rubrik "Vater" aber leer! Primus stirbt bereits mit 3½ Jahren. Weitere Kinder aus der Ehe von Andreas Shumun und seiner Frau Lucia sind in den Eintragungen nicht zu finden.
Beide Vorkommnisse, außereheliche Geburt (von Sohn Georg) und der offensichtliche Ehebruch (bei der Geburt von Sohn Primus keine Eintragung des Vaters, trotz bestehender Ehe), kommen in den Geburts- und Taufbüchern des 17. und 18. Jahrhunderts noch recht selten vor. Dafür waren wohl recht handfeste Gründe, wie traditionelle Moralvorstellungen und strenge Sitten als Resultat sehr alter, aber längst aufgehobener Kirchenstrafen, verantwortlich.
Damit ist der "Krimi" dieser Beziehung noch nicht zu Ende. Andreas Shumun stirbt bereits mit 47 Jahren an Gerhirnlähmung. Im Sterberegister wurde der Todesursache die Eintragung "Gerichtlich angeordnete Öffnung" beigefügt.

Georg Schimon übernimmt den Hof mit nur 19 Jahren. Bereits zwei Jahre später heiratet er die beinahe gleichaltrige Anna Glantschnig aus Pölzling. Aus dieser Ehe gehen vier Kinder hervor: Jakob, Johann, Elisabeth und ein notgetauftes männliches Kind, das noch am Tag der Geburt an "Geburtsschwäche" stirbt. Vellach bleibt auch nicht von der Cholera verschont. Am 11. Oktober 1855 stirbt Georg Schimon an dieser Epidemie, und tags darauf folgt ihm die knapp zweijährige Tochter Elisabeth.

Der älteste Sohn, mein Uropa Jakob Schimun, wird Hoferbe. Er ehelicht mit 21 Jahren die - vermutlich - aus Vellach bei Kappl, Eisenkappel, stammende Maria Hribar. Beide mussten infolge des noch nicht erreichten Alters von 24 Jahren eine Großjährigkeitserklärung vom Bezirksgericht Eberndorf beibringen (siehe Trauungsbuch).
Jakob Schimun stirbt mit 58 Jahren in Vellach. Meine Uroma Maria Schimun, geb. Hribar, verbringt ihr Altenteil aber als Auszüglerin in Winkel bei Sittersdorf. Dort wurde sie 1927 auch beerdigt.

Josef Logar Franziska Schimun Von den fünf Kindern der Eheleute hat nur meine Oma, Franziska Schimun, geheiratet. Sie war damit in Vellach auch die am längsten lebende und letzte Person mit diesem Familiennamen, der schon viele Jahre früher zum noch heute verwendeten Hausnamen geworden war. Ihr Ehemann wurde Josef Logar aus Proboj.












Anmerkung: Die slowenischen Buchstaben c,C,s,S,z,Z mit dem stresica ("Hatschek") werden ersatzweise unterstrichen dargestellt.